• Nicole

Was es heißt, die Welt aufs Dorf zu holen - Erfahrungbericht von Stefan Baerens

Vorweg zuerst folgendes! Wer meint, ein städtisches Umfeld ist das non plus Ultra, sollte mal die Luft anhaltend und in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs sein. Das Leben auf dem Land ist die zweite Seite, ein und derselben Medaille. Ich könnte viele viele viele Dinge/Gründe aufzählen, die ländliches Leben positiv darstellen. Aus städtischer Sicht ist Mobilität etwas ganz anderes, als unsere Blickwinkel. Entscheidungsträgern versuchen oft städtische Konzepte auf die Fläche zu übertragen. Ich meine das geht nicht so. Neben strukturellen Verbesserungen braucht es wahrscheinlich höchst individuelle Lösungen für eine gelungene Mobilität auf dem Land.

Kommen wir konkret zu unserem Fall. Jedes Jahr kommen (leider gerade coranabedingt nicht) über 8000 Kinder/Jugendliche/Erwachsen in das Schloss Dreilützow. Zu uns in eine Kinder- und Jugendübernachtungsstätte fahren in erster Linie Kinder und Jugendliche in Gruppenzusammenhängen. Darüber hinaus allerdings auch separat reisende Familien, und einzelne Erwachsene.


Ein Gruppenhaus wie das unsrige benötigt also zu allererst Verkehrsmittel, in denen genug Plätze für mehrere Leute sind. Heruntergebrochen sind das Bus und die Bahn. Wenn wir weiter in die Zukunft schauen, wird im Gruppenreisen voraussichtlich die Bahn das preiswerteste Transportmittel bleiben.

Orte wie unsrige, die keine Ein- und Aussteigemöglichkeiten in näherer Umgebung vorfinden, werden es verdammt schwer haben, gegenüber leicht erreichbaren städtischen Destinationen. Am Ende entscheidet doch oft der Preis. Also was es braucht, ist ein feingliedrigeres Schienennetz in diesem Flächenland. Das würde uns sehr helfen. Stillgelegte Strecken (wie die zwischen Hagenow und Zarrentin) müssen wiederbelebt werden. Für uns wäre das eine große Hilfe. Darüber hinaus sollte man höchst individuell an die Lösung von Erreichbarkeitsproblemen herangehen. Schulklassen, die zur Klassenfahrt fahren, könnten doch perspektivisch unter die Rubrik Schülerverkehr fallen und so preiswerter werden. Im Grunde müsste die Gesellschaft Reisen von Kindern und Jugendlichen unterstützen, wenn ein Bus voll durch die Gegend fährt. Im Gegensatz zu den fast immer leeren Touren des geförderten Nahverkehres, ist solch eine Busfahrt ja schon an sich höchst effektiv.

Ergänzt mit Umsteigepunkten an z. B. einer Autobahn, bzw. an Bahnhöfen und preiswerten (unterstützten) Taxis, die den kleinen Verkehr zum Zielort übernehmen, könnte auch unser Haus weiterhin viele Gäste beherbergen. 


Mir scheint, es ist noch ein weiter Weg!

Stefan Baerens

Schloss Dreilützow

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